
Quick Look: Sama Dams – Say It
Die Musik von Sama Dams beraubt Sie auf höchst virtuose Art – sie raubt Ihnen Ihr Zeitgefühl und lässt Sie sich wundern, wie lange Sie in Sound, Rhythmus und Äther versunken waren.
Mit ihrer vierten Veröffentlichung „Say It“ – veröffentlicht auf Friendship Fever am 6. April – tritt Lisa Adams aus dem Hintergrund hervor und liefert überzeugenden Gesang in ihrem Fanfarensopran zusammen mit ihrem Partner Sam und dem stark texturierten Schlagzeug von Chris Hermsen.
Nahezu als Antwort auf die gedämpfte Ambivalenz, die Bewegungen aus dem früheren „Comfort in Doubt“ der Band markiert, zeigt sich das Trio bei „Say It“ durchgängig auffallend kühn, sowohl musikalisch als auch thematisch. Sam sagt dazu: „Es geht darum, bei allem, was wir denken und fühlen, ehrlicher zu sein.“
Die Inspiration kam von einem Jahr, in dem wir beobachteten, wie Stille eine Unordnung der Liebe in Freundschaften im Umfeld der Band erzeugte. „Etwas scheint nicht in Ordnung zu sein, man schnüffelt etwas,“ sagt Sam. Man gesteht sich nicht ein, dass es existiert, und indem man ein kleines Problem nicht beachtet, erlaubt man, dass es wächst.“ „Wozu braucht man Taschen, wenn sie leer sind? Füll sie mit Dingen, die Du gegen mich benutzt,“ singt Lisa auf dem ersten Track des Albums, und fasst damit kurz und prägnant den einer scheiternden Beziehung zugrundeliegenden Krieg der Zermürbung zusammen.
Die groovende Kantigkeit, das Markenzeichen der Band sorgt für noch mehr Punch, wenn sie, in Tracks wie „Driving By“, mit direktem Pathos gebündelt wird. In der Verschmelzung der jammernden Mischung des Kollegen aus dem Mittelwesten, Billy Corgan, in seinen besten Zeiten mit dem coolen Synthesizer Hunderter geliebter Soundtracks der 1980-er nimmt Sama Dams ihren deutlich ausgeprägten unerwarteten Sound in das Territorium der Hymnen und das machen sie kühner und empfindlicher Authentizität.
Tracklist:
01. Pockets
02. Driving By
03. Secrets
04. Say It
05. Down By One
06. Dig Ourselves a Hole
07. Western Love
08. Stakes
09. Night Sweats
10. Ocean
Das Album fühlt sich nach einem Entwicklungsroman für die Band an, die seit ihrem Beginn 2012 in Portland, Oregon komponiert und von dort aus auf Tournee geht. Nachdem sie ihre Zelte zuerst in einer Zeit und an einem Ort aufgeschlagen hatten, als sich alles um die folkige Fusion von Bands wie The Decembrists drehte, beansprucht Sama Dams nun einen bevorzugten Platz in einer Musikszene, die viel kantiger und vielseitiger ist als der Pazifische Nordwesten selbst.
Die Adams, die beide proaktiv die kreative Partnerschaft im Herzen der Band fördern, suchen permanent sowohl außerhalb als auch innerhalb neue Inspirationen. Seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums in voller Länge sind sie unermüdlich im In- und Ausland getourt und haben dabei ihre beidhändige Live-Performance zu einer seelenvollen Leichtigkeit weiterentwickelt, die über die Komplexität der Musik hinwegtäuscht. Ihre dynamische Kraft ist ansteckend. Sie bringt Nebenprojekte Schreibexperimente hervor, die sich über Staaten und Genre hinweg erstrecken.
Im April und Mai sind Sama Dams zudem in Europa auf Tour, da stehen dann auch einige Konzerte in Deutschland auf dem Plan.
Tourdaten:
19.04.18 Haus der Musik – Wien (AT)
20.04.18 Lendhafen – Klagenfurt (AT)
21.04.18 Gokul – Zabok (CRO)
24.04.18 Rote Fabrik – Zürich (CH)
25.04.18 Frischzelle – Darmstadt (DE)
26.04.18 NBL – Leipzig (DE)
27.04.18 Kasseturm – Weimar (DE)
28.04.18 Hafen 2 – Offenbach (DE)
30.04.18 Monomontag – Winterthur (CH)
03.05.18 Parterre – Basel (CH)
04.05.18 Asta Kneipe – Rosenheim (DE)
05.05.18 Becker und Funck – Düren (DE)
06.05.18 Kaufbar – Braunschweig (DE)
07.05.18 Tonfink – Lübeck (DE)
09.05.18 Bergfest @ fluxbau – Berlin (DE)
10.05.18 Glashaus – Bayreuth (DE)
11.05.18 Röda – Steyr (AT)
Sama Dams im Web:
Webseite
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Bandcamp
Bildquelle (Sama Dams Pressefoto):
Credits: Christal Angelique | Web