Summerjam 2026 – Ein gelungenes Festivalwochenende

Catch the Sun, dass war das Motto des diesjährigen Summerjam Festival und besser hätte dies nicht passen können. Bei bestem Festivalwetter mit teils karibischen Temperaturen war es ein fantastisches Festivalwochenende. Das Summerjam fand wie üblich am ersten Juli Wochenende am Fühlinger See in Köln statt und konnte mit einem ziemlich starkem Lineup aufwarten. Obwohl ich mich auf keinen der angekündigten Acts besonders gefreut habe, hatte ich lange nicht mehr so eine Vorfreude auf das Summerjam Festival wie in diesem Jahr.

Der Donnerstag ist nicht nur Tag der Anreise sondern auch der, der Opening Party auf P2. Andrew Murphy spielte dort ein kurzes Set, unterstützt von Boneshaker Sound. Den Rest des Abends sorgten diverse FLINTA DJs wie Top Gyal, Queen Tafari, Irini, Lolo Sace und Romana für gute Vibes.

Der Freitag startete auf der Grünen Bühne mit den Contest Gewinnern The Oddroots, im Anschluss folgte Attack, Culture, The Congos, Queen Omega und dem Highlight des ersten Tages, der Dancehall Takover von Jugglerz die Charly Black, Valiant und Spice auf die Bühne brachten. Über zwei Stunden nonstop Dancehall Action. Auf der Roten Bühne gab es mit Ausnahme von Protoje am Freitag keine weiteren Reggae Acts, auch wenn man sich bei Greeen hier und da über das Genre streiten kann war hier mit SSIO, Bausa und Fayan der Fokus ganz klar auf Hip-Hop.

Ein Highlight abseits der beiden Hauptbühnen war auch in diesem Jahr wieder die Feel Good Area wo den ganzen Tag über und bis tief in die Nacht verschiedenste DJs und Soundsystems auflegten.

Neu an der Roten Bühne war in diesem Jahr im übrigen ein sehr hoher Steg ins Publikum.  Ein Trend bei Festivals den ich nicht ganz nachvollziehen kann. Nicht nur aus Fotografen Sicht mehr als nervig sondern auch aus Publikumssicht. Uns Fotografen wurde gesagt wir sollen uns auf die Wellenbrecher stellen um überhaupt gute Fotos machen zu können, etwas, was ich eigentlich nur sehr ungerne mache da ich so den Leuten in den vorderen Reihen die Sicht versperre aber hier oft nicht anders konnte. Apropos Sicht, stand man vor dem Steg blickt man auf schwarzen Stoff sofern der Artist nicht direkt vorne am Steg steht. Steht man links oder rechts davon hat man Sänger*in oft im Rücken, alles nicht optimal. Den besten Platz hatte man tatsächlich am ersten Wellenbrecher mitten im Infield. Ich hoffe wirklich, dass dies im nächsten Jahr kein Trend mehr ist denn ich sehe daran bisher keinen Vorteil.

Der Samstag war voll gepackt mit Acts und ein Traum für Reggae und Dancehall Fans. Die Grüne Bühne eröffnete die Schwedin Angelica Mava die über TikTok und Instagram an Bekanntheit erlangte, darauf folgten Nosliw & Nattyflo, Richie Campbell, Patoranking, Luciano, Dub Inc. und Masicka.

Dub Inc. zählte da zu meinem persönlichen Highlight. Die Franzosen sind ja bekannt für tolle Shows und auch beim Summerjam sollte es nicht anders sein. Nach dem ersten Songs im Graben habe ich mir den Rest der Show entspannt von der Bühne aus angesehen.

An der Feel Good Area war auch wieder eine Menge los, ein Highlight war ganz klar der Day Rave mit Jugglerz, Maureen, Kybba und Leftside.

Auf der Roten Bühne spielten Treesha, Junior Kelly, Lila Iké, Christopher Martin, Dexta Daps und Gentleman. Gentleman holte für seinen Song „To The Top“ Christopher Martin, der am Nachmittag bereits auf der Bühne stand, dazu. Für diesen Song durfte ich nochmal in den Graben um dies festzuhalten. Der einzige der am dem Tag nicht so recht rein passte war Bonez MC der vor Headliner Gentleman auf der Roten Bühne spielte.

Der letzte Festivaltag begann mit einer ganz besonderen Aktion. Wir mit Team Reggaeville hatten die Möglichkeit bei einer Bootstour mit Patrice dabei zu sein, mit dem Boot fuhren wir insgesamt drei Stationen entlang der Camping Area an und Patrice spielte dort kurze Akustik Sets. Zu dieser besonderen Aktion findet ihr auch eine größere Fotogalerie, diese ist am Ende des Beitrages verlinkt.

Die Grüne Bühne war am Sonntag für mich dann weniger relevant mit Ausnahme der Shows von Biga*Ranx und Barrington Levy. Gerne hätte ich für Fotos die Shows von Disarstar und OG Keemo mitgenommen, aufgrund von zeitlichen Überschneidungen mit der Roten Bühne war dies leider nicht möglich.

Die Rote Bühne hatte für mich deutlich mehr zu bieten, den Anfang machte dort Samora, gefolgt von Julian Marley und Ky-Mani Marley. Original Koffee, vorletzter Act, war für mich nach einigen wirklich schlechten Playback Shows im vergangenen Jahr (u.a. beim Rototom) eine hit or miss Show und glücklicherweise war diese wirklich gut und ohne Playback. Ich habe mir daraufhin fast die gesamte Show angeschaut und kann sagen, dass Original Koffee letztendlich eines meiner Highlights war.

Headliner am Sonntag auf der Red Stage war Burning Spear, jemand den ich persönlich nicht auf diesem Slot gesehen hätte aber dies ist auch nur meine persönliche Meinung denn das Publikum vor der Red Stage sah dies definitiv anders.

Meine Top 5 Shows:
1. Dub Inc
2. Original Koffee
3. Dexta Daps
4. Masicka
5. Spice, Valiant & Charly Black (Dancehall Takeover)

Auch ohne für mich große Highlights war das Summerjam 2026 wirklich gelungen und hat mir Spaß wie lange nicht mehr gemacht. Ich freue mich jetzt schon sehr auf 2027 wenn das Summerjam seine 40. Ausgabe feiert.

Hier findet ihr übrigens den Reggaeville Festival Report zum Summerjam wo meine Kollegin Gardy das Festivalwochenende wie immer perfekt zusammengefasst hat mit samt diverser Live Videos und Fotogalerien. 

Weitere Fotos von mir findet ihr wie gewohnt in der Galerie oder ihr klickt direkt auf einen der folgenden Links.
39th Summerjam Festival – Opening & Day 1
39th Summerjam Festival – Day 2
39th Summerjam Festival – Day 3 (Bootstour mit Patrice)
39th Summerjam Festival – Day 3